Deutschland, Deutschland ueber alles - Teil I

Kurze Einfuehrung in die juengere deutsche Geschichte:

     1989 - das Jahr, das hierzulande als das der Revolution begangen
     und gefeiert worden ist, welche ueberall sonst wohl nur als
     Konterrevolution bezeichnet werden kann, ausgenommen der Staaten,
     die in wirtschaftlicher Abhaengigkeit zur brd stehen und die sich
     poltisch keinen Lapsus erlauben koennen, wenn sie nicht wollen,
     dass ihnen der Tropf, an dem sie haengen, entrissen wird. Es
     begann der Aufstieg der Gruenen, die damals im Bundestag, als die
     Bekanntmachung zum Parlament durchdrang, dass die Grenzen nun
     offen seien, daraufhin saemtliche Parlamentarier aufsprangen und
     die Nationalhymne intonierten, sie (die Gruenen) nun einige
     Augenblicke mit ihren AErschen ueber ihren Sitzen verharrten, bis
     sie sich dazu durchrangen, ihren nationalen Mann resp. Frau zu
     stehen. Es brach die Zeit an, dass das deutsche Parlament keine
     Parteien mehr kannte. Es entstand die nationale parlamentarische
     Volksgemeinschaft.

Das Kapital aergerte sich schwarz - Teil II

Die ersten Treuhandjahre nach der Einheit musste man den Wert der ddr,
den damals
     Rohwedder, kein Kommunist, auf 600 Milliarden dm bezifferte
     abbauen und gen Westen schaffen. Das gelang, fast eben diese
     Summe wurde durch diverse Treuhandaktionen als rote Zahl der ddr
     anlastig, immerhin noch in den 80er Jahren unter den 12
     wirtschaftlich erfolgreichsten Staaten der Welt stehend. Aus 600
     Mille haben, wurde 600 Mille soll. Wer die 1,2 Billionen wohl
     bekommen hat? Das Ansehen der Regierungskoalition schrumpfte. Die
     triumphalen Wahlergebnisse von 1990, die dadurch entstanden, dass
     man fast alles versprochen hatte und fast nichts einhalten
     konnte, waren 1994 nicht zu wiederholen. Doch noch einmal
     entschied sich das Kapital fuer die kapitalistischen Blockparteien
     von CDU/CSU/FDP um eine schnellere Durchsetzung des
     Neoliberalismus. Es war sein schwerster Fehler. Koennte es die
     Zeit noch einmal zurueckdrehen, der Bundeskanzler der naechsten 4
     Jahre, und nur der naechsten 4 Jahre, haette Rudolf Scharping
     geheissen. 4 Jahre Blockadepolitik der SPD im Bundesrat
     bedeuteten einen Stillstand fuer das Kapital. Sie sollten aber fuer
     die Mehrheit der Bevoelkerung die letzten akzeptablen Jahre fuer
     laengere Zeit bedeuten.

Der Automann - Teil III

Es kam das Jahr 1998. In den Landtagswahlen davor liess man die SPD
noch einmal mit
     Lafontaineschen Keynesianismus wichtige Siege fuer die Mehrheit im
     Bundesrat davontragen. Der Kandidat Schroeder erfuellte die noetigen
     Profilanforderungen und so wurde er, ausgestattet zumindest mit
     der fuer alle Waehler sichtbaren halben Wahrheit Innovation, ins
     Rennen gegen Kohl geschickt, der ohnehin nicht mehr wollte. Es
     begann nun bis zum Jahresende eine Zeit, in der alle Mitglieder
     von SPD-Ortsvereinen Traenen vor Glueckseligkeit in den Augen
     hatten, von einem sozialdemokratischen Zeitalter faselten und
     dafuer nicht mehr klar bei Verstand waren. Die Ziele waren andere.
     Die Kapitulation Lafontaines, der vor keinem sterblichen
     politischen Gegner eingeknickt waere, ging unter dem Druck des
     Kapitals und seiner Helfershelfer (Stihl, Hundt, Henkel). Die
     Zerschlagung Jugoslawiens wurde mit in Brand setzen des Kosovos
     forciert. Deutschland durfte wieder fremde Laender ueberfallen,
     noch mit beigefuegten Praemissen wie 'Nie wieder Auschwitz', und
     ueberall sind 'KZs, Deportationen und Massenhinrichtungen' zu
     entdecken. Beim naechsten Krieg wird die orale Propaganda nicht
     mehr noetig sein. Deutschlands Vertreter bei allen europaeischen
     Gipfeln sprechen zwar von Europa, meinen aber sich selbst. Mit
     russischen Aussenministern springt man um wie zu Zeiten, als man
     noch sich noch am Obersalzberg traf.

Der Auftrag - Teil IV

Die spd hat die Aufgabe des Sozialabbaus gewissenhaft vorangetragen.
Die Landtage
     kommen Wahl fuer Wahl wieder unter buergerliche Aufsicht der Union.
     Damit ist fuer die Bundestagswahl 2002 alles soweit vorbereitet.
     Die spd bei ihren Waehlern diskreditiert, s. Kommunalwahl in NRW,
     selbst die rotesten Hochburgen bekommen buergerliche
     Buergermeister, Clement und Muentefering fabulieren von
     vorueberziehenden Grosswetterlagen. Eine Partei loest sich auf.
     2002 kann dann endlich ohne Widerstand vorangetrieben werden, was
     in Grossbritannien gaengig ist, in Frankreich bald abgeschlossen
     sein wird, und in Deutschland mit Verspaetung, aber immer noch
     rechtzeitig begonnen worden ist: die Verarmung der
     Arbeiterklassen. Wird das ganz ohne Gegenwehr ablaufen? Nun,
     einige in der spd werden wohl murren und knurren, einigen
     Gewerkschaftsfunktionaeren wird man noch finanziell besaenftigen
     muessen, aber mehr wird nicht zu tun sein. Es reicht einfach wenn
     zwei Drittel der Bevoelkerung zumindest in dem Glauben gehalten
     werden, es ginge ihnen doch recht gut, und das restliche Drittel
     wird man ruhigstellen muessen. Mit 70 Wochenarbeitsstunden, 2-3
     Jobs, um die eigene Familie nicht verhungern zu lassen, das
     duerfte erreicht werden koennen. Wenn jemand dann immer noch Kraft
     hat, pds zu waehlen, muss man wieder die spd-masche anwenden: dann
     muss eben eine spd-pds koalition her, wenn die Gruenen dann noch
     existieren auch noch mit ins Boot genommen, und der sozialabbau
     wird fortgesetzt. Folgt die Entzauberung. Belege hierfuer? Man
     betrachte den Ablauf der Koalition in Meck-Pomm. u.a. auch den,
     dass die pds zu einer vollkommenen sozialdemokratischen Partei
     mutiert ist. Die einfachere Variante wird die sein, die man
     bereits heute vorbeugend anwendet: Die pds als Stoerfaktor zu
     daemonisieren. Darin ueben sich nun alle Parteien, Wahlprogramme
     treten in den Hintergrund, man hat wieder eine gemeinschaftliche
     nationale Aufgabe.